Wunder-Land
Lauschige Plätze, sonnige Wiesen, Sommerfrische wie zu Urgroßvaters Zeiten – 63.000 Quadratmeter sollten genügen, die Seele baumeln zu lassen.
Ein Geschenk, das an die 63.000 Quadratmeter groß, herrlich grün und mit 500-jährigen Linden, alten Eschen und exotischen Pflanzen ausgestattet ist, bekommt man nicht alle Tage. Nicht einmal, wenn man die Stadt Wien ist. Doch im Jahr 1908 war es Franziska Wertheimstein, Tochter des berühmten Bankiers, ein Anliegen den Wertheimsteinpark an die Stadt zu übergeben. Mit der Auflage, den Park immer als öffentliche Grünfläche zu erhalten. Die Stadt nahm sich des riesigen Gartens an, setzte noch weitere exotische Pflanzen dazu, zweigte 6.000 Quadratmeter ab und errichtete darin 1959 den ersten Blindengarten in ganz Mitteleuropa. Mit Sträuchern und Blumen, die leicht zu ertasten waren und mit Informationstafeln in Blindenschrift.
„Ein Geschenk, das an die 63.000 Quadratmeter groß ist, bekommt man nicht alle Tage.“
Doch die Zeiten sind vorbei. Auch jene des Herrn Koller, der hier seine Studien durchführte, an jenen vier Billigessern, die sich in der nahe gelegenen WÖK – der Wiener öffentlichen Küche, wie sie damals hieß – günstig die Bäuche vollschlugen. Und dann zwischen alter Esche und alter Eiche hin- und herspazierten. Nachzulesen in Thomas Bernhards Roman „Die Billigesser“. Was wohl Herr von Arthaber zu diesen Veränderungen gesagt hätte, der berühmte Schalfabrikant, der den Privatgarten 1835 im tiefsten Biedermeier anlegen ließ. Der nur in den feinsten Gesellschaftskreisen der Residenzstadt verkehrte, die Crème de la Crème zu Gast hatte und bei dem sich Mitglieder des Kaiserhause in der heutigen Villa Wertheimstein tummelten und dabei den Ausblick in den grünen Park genossen.
Weitere Adressen für Kids rund um Hohe Warte 3:
FAHRRAD FREILER
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Döblinger Hauptstraße 56
1190
Wien
Di – Fr 11-13, 15 - 18