Zauber-Hut
Mode ist auch Kopfsache. Und dafür Hüte zu produzieren ist Handwerk – mit viel Liebe.
Barbara ist Vegetarierin und arbeitet in der Hutmanufaktur Mühlbauer. Das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun, glaubt man jedenfalls. Doch sobald man Klaus Mühlbauer kennenlernt, beginnt man zu verstehen.
Also: Es begann 1903 mit Julianna Mühlbauer. Sie war der erste Sproß der Mühlbauers, der nichts anderes am Hut hatte als Modistin zu werden. Dann folgten zwei Generationen, die den „Laden” schupften, bis schließlich Klaus Mühlbauer das Ruder übernahm. Nach reiflicher Überlegung. Und gerade noch rechtzeitig, bevor sein Vater die Werkstätte geschlossen hätte. Das war gut so. Denn so hat er einen Stab an Mitarbeitern, die nach allen Regeln der Kunst verstehen, was es heißt, Hüte zu fabrizieren. Die Handfertigkeit blieb, genauso wie die Liebe zum Beruf. Der Mut, Neues auszuprobieren kam dazu. Karl Mühlbauer machte wie schon seine Urgroßmutter nur mehr Hüte. Und aus den Hüten Mode.
„Der Witz an den Hüten ist, dass sie Humor besitzen. Und eine gewisse Leichtigkeit.“
Womit wir wieder bei Barbara wären. Der Witz an den Hüten ist nämlich, dass sie Humor besitzen. Und eine gewisse Leichtigkeit. So entstand eine Kollektion, die von Haus aus gequetscht und verknautscht aussah. Damit die Absicht dahinter auch verstanden wurde, marschierte Klaus Mühlbauer zum Fleischer Richter (wo sie sonst die Leberkäsesemmeln holen) und ließ die Hüte kurzerhand vakuumieren. Der Gang zum Fleischer wurde zur Routine und für Barbara zur Plackerei. Aber was tut man nicht alles, um bei einer der beliebtesten Hutmanufakturen zu arbeiten, die mit ihren Kollektionen berühmte Köpfe wie die von Brad Pitt, Madonna oder Yoko Ono schmückt.